Das Bild ist alltäglich, aber ungewollt: Gedämmte Fassaden sehen oft aus, wie wenn sie die Masern hätten. Fachleute sprechen auch von Leopardenmuster: Überall dort, wo ein Dübel gesetzt worden ist, zeichnet sich dessen Teller in hellerer Farbe ab. Das lässt sich vermeiden – und zwar einfach. 

Die Wärmedämmung ist montiert, die Fassade frisch verputzt. Alles fürs Erste wunderbar. Doch allmählich setzen die Masern ein, die Fassade ist übersät mit kreisrunden hellen Flecken. Sie haben ihre Ursache in Wärmebrücken im Dübelbereich: Der Putz hat dort, je nach Dübelart, eine höhere Oberflächentemperatur. Regenwasser zum Beispiel trocknet somit schneller. Deshalb können sich im Bereich des Dübels keine Algen bilden und kann sich weniger Schmutz ablagern.

Die für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) erhältlichen Dübel unterscheiden sich durch das Material der Dübelschraube und durch die Setztechnologie. Als Materialien stehen Kunststoff, Stahl oder Stahl mit Kunststoff zur Wahl. Die Setztechnologie unterscheidet zwischen Schlagdübel und Schraubdübel. Die Dübelart bestimmt die Lage: Entweder werden die Dübel oberflächenbündig gesetzt, oberflächennah versenkt und mit einer Rondelle verschlossen oder tiefenversenkt und mit einem Stopfen verschlossen. Alternativ zu Rondelle und Stopfen wird PU-Schaum zur Verschliessung des Bohrlochs eingesetzt.

Das wichtigste Kriterium für die Dübelwahl ist die thermische Qualität: Der Wärmedurchgangskoeffizient des Dübels wird über den Chi-Wert ausgedrückt. Je geringer der Chi-Wert, umso geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Dübelteller abzeichnen werden. Der Markt bietet Dübel mit Chi-Werten von 0,000 W/K),also Dübel, die die hellen Flecken gänzlich vermeiden können.

Fazit: Der Einsatz von Dübeln mit Chi-Wert 0,000 W/K) ist sehr vorteilhaft zur Vermeidung von hellen Dübeltellerabzeichnungen.

Dübelteller können auch dunkle Flecken an der Fassade hinterlassen. Wo liegt der Unterschied?

Werden die Dübel nicht versenkt, sondern nur oberflächenbündig gesetzt, kann sich nach einigen Jahren der Dübelteller als dunkler Fleck abzeichnen: Über zu tiefmontierten Dübeln ist die Putzschicht dicker. Diese Stellen trocknen in der Folge langsamer als der Rest der Fassadenfläche: ein guter Boden für Schmutz, Pilze und Algen.

Fazit: Oberflächennah versenkte Dübel werden mit Rondellen und tiefenversenkte mit Stopfen verschlossen. Sie sind oberflächenbündig zu setzenden Dübeln vorzuziehen, denn Rondellen und Stopfen garantieren eine homogene Oberfläche, und die Putzschicht ist auf der gesamten Fassadenfläche gleich dick. Versenkte Dübel vermeiden das Risiko von dunklen Flecken.

Autor: Markus Fröwis

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