Ein Wärmedämmverbundsystem, das in die Jahre gekommen ist, muss nicht durch ein neues ersetzt werden: Die WDVS-Fassade kann nachgedämmt werden. Das spart Material, Zeit und Geld – bis zu 50 Euro / m2. Ein paar Punkte gilt es allerdings zu beachten.

1.         Bauaufsichtliche Zulassung

Der Fachhandwerker hat dem Hausbesitzer die einwandfreie Ausführung des bisherigen Wärmedämmverbundsystems auf Basis der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung oder auf Basis einer Zustimmung im Einzelfall zu garantieren.

2.         Brandschutz

Wird ein WDVS aufgedoppelt, müssen selbstverständlich baurechtlich geltende Brandschutzanforderungen erfüllt werden.

3.         Überprüfung der Standsicherheit und Tragfähigkeit

Wird ein WDVS aufgedoppelt, so muss die Tragfähigkeit des alten WDVS zumindest in einem dafür geeigneten Zustand sein. Das alte WDVS wird an diversen Stellen geöffnet, um zu prüfen, ob die Verklebung zwischen dem alten WDVS mit dem Untergrund intakt ist.

Das Aufdoppeln alter WDV-Schienensysteme und nicht tragfähiger Klebesysteme ist auf Basis einer Zustimmung im Einzelfall möglich.

4.         Energieeinsparung und Wärmeschutz

Gemäss Energieeinsparverordnung EnEV werden in Deutschland keine Anforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizienten oder U-Wert gestellt, sofern die Aussenwände nicht geändert werden. Eine Verschlechterung ist jedoch verboten und ein Rückbau eines WDV-Systems ohne Anbringung eines neuen nicht erlaubt.

5.         Klimabedingter Feuchteschutz

Bei der Wahl des Aufdopplungssystems sollten auch feuchteschutztechnische Aspekte berücksichtigt werden.

6.         Ausführung und Anschluss an andere Bauteile

Das Verlegen der Dämmung und der Anschluss an andere Bauteile spielen eine besondere Rolle. Die Dämmplatten des neuen WDV-Systems sollten fugenversetzt zu den Dämmplatten des alten Systems angebracht werden. Die Dübel müssen entsprechend den Angaben des Systemherstellers im tragfähigen Untergrund verankert werden.

7.         Schallschutz

Werden spezielle Anforderungen an den Schallschutz erwartet, ist eine bauakustische Prüfung empfehlenswert.

Folgende Vorteile ergeben sich bei der Aufdopplung

  • Der grösste wirtschaftliche und ökologische Vorteil wird durch das Aufdopplungsverfahren erreicht. Es nutzt die vorhandene Ressource der Altdämmung und spart den Rückbau und die Entsorgung der einzelnen Systemkomponenten ein.
  • Damit werden bei gleichem energetischem Ergebnis die Anschaffungskosten um 30.- bis 50.- Euro / m2 reduziert.
  • Die Bauzeit verkürzt sich, denn das Altsystem muss nicht entfernt werden, und es muss kein Ausgleichsputz aufgebracht werden, um ein neues WDVS zu verkleben.
  • Umfeld, Bewohnerinnen, Bewohner und Tierwelt werden nicht beeinträchtigt. Dreck, Staub, Polystyrolpartikel überall auf den umliegenden Gärten, Gehwegen und Strassen, bergeweise Dämmstoff in Plastiksäcken: Das alles entfällt.
  • Keine Diskussionen in der Öffentlichkeit und in der regionalen Presse.
  • Durch die Aufdopplung entfällt der hohe Zeit-und Kostenaufwand für die Ertüchtigung alter, nicht tragfähiger Untergründe.

Unsere Lösung für die Aufdopplung von Wärmedämmverbundsystemen heißt Panthera A10.

Warum das Aufdoppeln von WDVS die günstigere und schonendere Alternative zum Rückbau ist, beleuchten wir in Teil 1.